Was Musik mir bedeutet 5


Ich kann nicht mehr atmen, seh' kaum noch den Himmel, die Hochhäuser haben meine Seele verbaut..

Ich kenne mehrere Leute, die keine Musik hören oder traurige/melancholische/negative Musik nicht mögen. Ich kann keine dieser Ansichten verstehen.

Musik ist ein großer Teil von meinem Leben und ich höre am liebsten Lieder, die negative Gefühle wiederspiegeln. Wenn es mir mal nicht gut geht, ich deprimiert bin oder das Gefühl habe, dass ich irgendwas falsch gemacht habe, öffne ich Spotify und mache ein Lied von Revolderheld oder Simple Plan an.

Während dieses Blogposts werde ich vermutlich sehr viel Revolderheld zitieren, weil das genau das ist, was ich gerade höre, und die Zitate wiederspiegeln, wie ich mich fühle. Ich habe absichtlich diesen Zeitpunkt gewählt, um den Blogpost zu schreiben. Wenn ich traurig oder deprimiert bin ist fast die einzige Zeit, zu der ich Musik höre.

Gefühle

Es gibt viele Leute, die ihre Gefühle in Rock, Metal oder Dubstep untertauchen - ich könnte soetwas niemals. Wenn ich keine Musik höre, die genau meiner Stimmung entspricht, geht es mir schlechter und schlechter. Wenn die Musik dann auf so laut wie möglich gedreht wurde, fange ich an, langsam durch den Raum zu gehen, nachzudenken und manchmal sogar laut mitzusingen. Ich weiß, dass ich nicht singen kann, aber für mich ist laut mitsingen das Äquivalent zum von vielen Leuten oft erwähnten "Einfach laut schreien und alles rauszulassen".

Wir beide war'n mal 'ne Weltstadt, und jetzt sind wir nur noch ein Dorf...

Lösungen

Ich habe schon oft von Musik, die ich gehört habe, ausgehend, eine Entscheidung getroffen. Manchmal war es eine schlechte, unüberlegte oder dumme, aber oft habe ich in der Musik die Antwort auf mein Problem gefunden. Sei es eine Entschuldigung bei einer Person oder irgendeine Aktion, die meine Laune verbessert; Oft habe ich in einem der Lieder, die ich aus Frust gehört habe, eine Lösung gefunden - Und nie war sie, aus dem Fenster zu springen oder mich zu betrinken.

Wo gestern der Park war, steht heute ein Haus. Morgen kommen die Wagen, bauen open das Penthouse aus. Die Stadt ist im Wandel, haben die Grünen gesagt; Jeden Winter werden neue große Dinge verplant...

Zitate

Es gibt eine Sache, die ich immer wieder mache, die die meisten Leute vermutlich mehr nervt als dass sie hilft: Lieder zitieren. Falls ihr mir auf Twitter folgt, werdet ihr oft sehen, dass ich eine Zeile aus einem Lied als einzelnen Tweet schreibe. Oft sorgt das für Verwirrung oder stört die Leute einfach, ich mache es aber dennoch. Manchmal mache ich es sogar persönlich bei Leuten, um etwas auszudrücken. Mein Gefühl, wenn sie oder ich etwas falsch gemacht haben oder irgendwas, was sie machen sollten, zum Beispiel...

Leer einfach aus deine Seele, lad' einfach alles bei mir ab...

Durch die Zitate merke ich, wie wichtig mir manche Liedzeilen sind - Vor allem wenn es um die zwei bereits erwähnten Punke geht.

Tieferen Sinn erfassen

Okay, hier eine Sache die nicht viele Leute bei Liedern machen, weswegen die meisten Leute viele Lieder vermutlich auch als "Langweilig" oder "Uninteressant" abstempeln.

Mir fällt es aus irgendwelchen Gründen unglaublich leicht, den tieferen Sinn oder Zusammenhang von Liedern zu erfassen, auch wenn es ein total leichter und logischer Zusammenhang ist, den eigentlich jeder erfassen sollte. "Ich lass' für dich das Licht an" soll "Auf dich achte ich immer (besonders)" heißen, "Die Zeit heilt alle Wunder" heißt "Je länger man wartet, desto mehr positive Sachen, an die man sich erinnert, verschwinden". Oft sitze ich stundenlang vor einem Liedtext von einem Lied, das ich im Hintergrund höre, weil mir auffällt, wie viele Sachen das Lied eigentlich aussagt, die der Sänger nie aktiv singt.

 

So. Dieser Post war auch relativ unbedacht und ist vermutlich wenig gut oder strukturiert, ich werde ihn dennoch posten. Ich habe auf Twitter gefragt und zwei Leute schien das Thema zu interessieren, also immerhin. Ich weiß nicht, ob die anderen Leute den gleichen Sinn in der Musik sehen, den sie hören und ob sie für sie auch so viel bedeutet, wie für mich. Klar ist: Ohne Musik wäre mein Leben mit Sicherheit ein ganz anderes und ich hätte auf jeden Fall viel weniger richtig gemacht und über viel weniger nachgedacht.

Wir können versuchen, uns ein letztes Mal zu streiten, um so zu tun als ob wir beide nicht mehr leiden. Nicht alles, was wir sagen, müssen wir so meinen, es gibt Worte, die bleiben...


5 thoughts on “Was Musik mir bedeutet

  • TheMeeep

    Ich finde deine Auffassung von Musik wirklich schön, ich finde mehr Leute sollten sich mit Texten und Liedern auseinandersetzen. Und wirklich darüber grübeln, um sich zu fragen, wie es ihnen hilft oder um einfach nur Trost zu finden. Ich finde diesen Post wirklich sehr schön, danke, dass du ihn geposted hast

  • Bobile96

    Deine Sicht was Musik betrifft find ich gut und mir ist aufgefallen das ich immer wenn es mir schlechter geht ehr zu vocallastiger Elektromusik gehe und dann auch welche die mit meinem Kummer zu tun hat.
    Deine Seite ist richtig gut, nur ich finde der ‘Free Hugs’ Button muss größer, weil die brauch man zu oft und zu oft kriegt man keine.

  • Kristian295

    Oh.. ich kann dich so gut verstehen. Mir geht es oft ähnlich. Auch wenn ich nicht wirklich “Depressionen” habe, wie du sie oft bezeichnest. Aber ich habe oft (negative) Gedanken oder Gefühle, die ich loswerden möchte, aber mit niemanden wirklich darüber reden kann/möchte/wie auch immer. In vielen Musikstücken höre ich dann Zeilen (teilweise mit ganz anderer ursprünglicher Bedeutung), die mir dann aber viel bedeuten, oder ich das Gefühl habe, dass das genau das ist, was mich bedrückt.

  • Acid

    Ich finde es immer extrem schade, wenn Leute sich wirklich nie mit Songtexten auseinander setzen bzw. nie drauf achten. Klar benutze ich Musik auch manchmal als Nebenbeiberieselung, damit es nicht zu leise im Raum ist, aber sowas NUR machen…? Könnte ich nicht. Der Text ist meist nicht umsonst oder als Filler da, außer es ist ein generischer Dancekram mit nur einer einzigen, immer wiederholten Zeile übers Abgehen oder so.

    Wobei es für mich auch manchmal hilfreich sein kann, eben nicht exakt die Musik zu hören, die meiner Stimmung entspricht. Also z.B. bei einer echt krassen Downphase nicht auch noch den traurigsten Song aller Zeiten anzumachen, sondern einfach mal fröhlichen Poprock oder Ska aufdrehen. Mir bringt das echt oft was, wenn ich mich ganz schnell wieder “hinbekommen” muss und ich noch für eine bestimmte Tätigkeit “funktionieren” soll (Arbeit etc.).

Comments are closed.