Über Fehler und Chancen


Hi.

Menschen machen Fehler, das wisst ihr vielleicht. Viele Fehler.

Und manche Menschen machen mehr Fehler als andere. Viel mehr Fehler. Aber manche Menschen machen auch viel weniger Fehler.

 

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass ich oft ziemlich bescheuerte Fehler mache, die einfach dadurch verhindert werden könnten, dass ich weniger dämlich handle und mehr nachdenke. Ich habe schon vor langer Zeit gemerkt, dass viele Leute einem vielleicht eine zweite Chance geben, manchmal auch eine dritte oder vierte. Aber eine fünfte Chance? Nie im Leben.

Die Leute sind viel zu sehr darauf verbissen, dass mit ihnen alles gut ist, und achten dabei gar nicht darauf, wie schlecht es anderen vielleicht damit geht, Fehler gemacht zu haben, und sich nicht dafür entschuldigen zu können, weil die Person, bei der man sich entschuldigen müsste, einen aus Hass, Traurigkeit oder Genervtheit gar nicht mehr an einen heranlässt.  Und wisst ihr was? Ich glaube das ist auch richtig so.

Ich habe in den letzten Jahren ganz besonders gelernt, dass es viel wichtiger ist, auf sich selbst zu achten und aufzupassen, als sich um andere zu sorgen. Freunde, Familie und Liebe sind auf jeden Fall wichtig und schön, versteht mich nicht falsch, aber wenn ihr die Wahl habt, eure Depressionen loszuwerden, oder einem anderen depressiven Freund zu helfen, nur damit es euch am Ende noch schlechter geht, dann lasst den Freund mal kurz Freund sein und kümmert euch um euch selbst.

Erst wenn es einem selbst gut geht, sollte man sich um andere Leute kümmern. Erst wenn es einem selbst besser geht, kann man richtig und verlässlich dafür sorgen, dass es anderen Leuten besser geht.

Anderen Leuten die Chance zu geben, einem zu helfen, sich mit einem zu versöhnen, anzufreunden oder zu vertragen, ist im übrigen auch wichtig. Gerade wenn es der anderen Person schlecht geht. Aber wisst ihr was? Es ist trotzdem wichtiger, sich selbst zu helfen.

Nehmen wir mal an, es gäbe eine Person, die in einer schlechten Situation ist, vielleicht leicht reizbar, vielleicht einfach generell nicht so gut drauf, vielleicht auch der glücklichste Mensch der Welt. Und dann stellt euch vor, es gäbe eine zweite Person, die möglicherweise ab und zu ein bisschen ausrastet oder sich verhält, wie ein siebenjähriger Schwachkopf. Und dann stellt euch mal vor, die zweite Person wurde von der ersten Person mehrach gewarnt, dass sie sich verhält wie ein siebenjähriger Schwachkopf, und damit vielleicht mal aufhören sollte, weil sie die Freundschaft sonst beendet.
Solche Warnungen sind wichtig, damit Freundschaften und Beziehungen nicht wegen kleinen Streits auseinander brechen. Das wichtigste ist dabei aber, dass ihr die Warnung freundlich rüberbringt. Sonst verletzt das den anderen.
Okay, und nehmen wir jetzt mal an, die zweite Person hätte sich, ohne es zu wissen und zu merken, und weil sie sich ab und zu einfach verhält, wie ein siebenjähriger Schwachkopf,  schon wieder total scheiße benommen.
Was wäre dann? Würdet ihr der Person eine zweite Chance geben? Eine dritte? Eine vierte, fünfte, sechste? Wann wäre Schluss? Wann hättet ihr genug von der Person? Wann wäre für euch der Zeitpunkt, auf den "Blockieren"-Knopf zu drücken, ob auf Twitter, Whatsapp oder an der Haustür?

Ich glaube, dass das was sehr persönliches ist. Und ich glaube, dass es wichtig ist, darauf zu achten, dass andere Menschen einen nicht kaputt machen, mit dem, was sie tun. Ich glaube, dass es wichtiger ist, auf sich selbst und seine mentale Gesundheit zu achten, als auf eine Freundschaft, die droht, gerade diese Gesundheit kaputt zu machen.

Achtet auf euch, und auf das was ihr tut. Bitte.
Sonst kann es echt schmerzhaft werden, zwischen euch und den Leuten, die euch wichtig sind.