Etwas ändern 2


Ich denke immer, viele Leute hätten das Gefühl, ich würde einfach nur so Depri-Zeug schreiben, weil ich Aufmerksamkeit will oder sowas. Aber das stimmt nicht.
Wenn ich das nirgendswo hinschreiben würde, würde ich das alles in mich reinfressen. Das hier tut mir gut.
Wenn ihr das nicht lesen wollt, müsst ihr das auch nicht.

Langsam aber sicher baut sich in mir das Gefühl auf, dass ich mal etwas an meinem Leben ändern muss.

Ich sitze den ganzen Tag nur am PC, programmiere vor mich hin.
Rede manchmal über Teamspeak mit Leuten.

Aber ich gehe nie raus.
Ich treffe mich nie mit Leuten.
Ich mache keinen Sport.

Ist das schlimm? Ist es etwas negatives, so zu sein?,  frage ich mich dann immer. Aber ist das so?
Ich frage mich schon lange, ob ich mein Leben so führe, wie ich es überhaupt will. Während andere Leute ihr Leben einfach vor sich hin leben, und andere Leute Pläne machen, was sie jetzt und in der Zukunft alles so erreichen, sitze ich alleine hier, und komme nicht mal mit meiner momentanen Situation zurecht.
Statt Samstags Abends auf Parties zu gehen und mich zu amüsieren, denke ich darüber nach, ob irgendwelche total unwichtigen Leute mich mögen.
Statt mit meinen Freunden an einem heißen Tag in die Stadt zu gehen und ein Eis zu essen, sitze ich drinnen und verschwende meine Zeit in Zeilen über Zeilen von Zeichen. Ob Geschichten oder Code.

Manchmal wünsche ich mir einfach, ich wäre wie die anderen Leute. Manchmal wünsche ich mir, ich würde mich für irgendeine Sportart interessieren, oder gerne Alkohol trinken.
Das ist mein Ernst. Manchmal wünsche ich mir, ich wäre so, wie die, die schlecht in der Schule sind, dafür aber gut da drin, sich mit anderen Leuten zurecht zu finden, Party zu machen und einfach so rüberzukommen, als käme alles so auf sie zu, wie es ihnen gerade gut passt. Manchmal gucke ich in den Spielgel und denke mir Wer bist du eigentlich? Was machst du hier überhaupt?

Manchmal, ach, was mache ich mir vor, jedes Mal wenn ich sehe, wie zwei oder mehr Leute amüsiert miteinander reden, zum Beispiel in der Schule, an der Stelle, wo sich die Leute aus meiner Stufe versammeln, mit denen ich “befreundet” bin (oder so), denke ich mir Wollen die überhaupt mit mir reden?, oder Wenn ich ankomme und am Gespräch teilnehme, sind die Leute dann genervt?
Ich hasse das.

In manchen Situationen würde ich alles dafür geben, nicht der Typ zu sein, der sich ständig über alles aufregt, der quasi nicht wirklich etwas anderes tut, außer sich selbst und sein Leben infrage zustellen, der von allem, was anderen Leuten Spaß macht, denkt “das könnte gefährlich sein”, “das fasse ich lieber nicht an” oder “das ist einfach nur dumm”. Der Typ, der sich stundenlang selbst Vorwürfe macht, er hätte irgendwas falsch gemacht, nur weil eine Person in einem Chat mal nicht mehr antwortet. Der Typ, der sein eigenes Leben nicht unter Kontrolle kriegt, obwohl es doch eigentlich so einfach scheint.
In manchen Situationen würde ich alles dafür geben, einer von denen zu sein, die alles positiv sehen, denen das Leben einfach so zuzufliegen scheint, die gerne trinken und gerne auf Parties gehen und sich gerne amüsieren, gerne mit anderen Leuten reden, gerne die größte Scheiße bauen, einfach weil’s die anderen Leute dann cool finden. Einer von denen, die nicht so in sich geschlossen sind, wenn es um ernsthafte soziale Interaktionen geht. Einer von denen, der Ja und Ja und Nein und Nein unterscheiden kann. Einer von denen, die cool sind, die dazugehören.

Oder sowas.

Und ich mache nicht mal etwas dafür, mehr so zu sein, wie ich sein will. Weil ich tief im inneren, irgendwo in meinem Kopf oder meinem Herzen, oder irgendwo anders, an einer Stelle, wo ich noch nicht rangekommen bin, genau so sein will, wie ich jetzt gerade bin. Aber irgendwie halt auch nicht.
Versteht ihr, was ich meine? Bestimmt nicht.

Das klingt total bescheuert. Das alles klingt total bescheuert für jeden, der sich nicht auch so fühlt. Und das weiß ich genau. Und wisst ihr was?
Ich wünschte, für mich würde es auch so bescheuert klingen.
Und vielleicht bin ich ja gar nicht so negativ. Bestimmt habe ich auch mal super positive Zeiten, wo auch mir alles total zufliegt oder ich alles positiv wahrnehme und glücklich bin. Aber die Zeiten nehme ich einfach viel weniger wahr.
Ich bin echt total depri, hm?
Ich komm’ bestimmt wie total der Jammerlappen rüber.

Klingt das alles für euch bescheuert? Schreibt bitte einfach mal einen Kommentar da drüber. Danke.


2 thoughts on “Etwas ändern

  • Steven

    Ich weiß genau wie es dir im Moment geht mir geht es seit ein paar jahren schon so. Versuch dich nicht komplett auf einmal zu ändern das geht nur schief.
    Das braucht seine Zeit.

    Ich saß früher auch nur vor meinem PC und habe nie etwas unternommen mit diesen “Freunden” aus der Schule, nach Beendigung der Schule wirst du mit 80 % davon nie wieder ein Wort reden, sondern war lieber allein.
    Die Freunde die du anders kennen lernst die dich so akzeptieren wie du bist das sind die die es verdient haben mit dir befreundet zu sein.
    Die die du mitten in der Nacht anrufen kannst wenn es dir schlecht geht und auch wenn sie wichtige Termine haben trotzdem solange bleiben wie du sie brauchst das sind wahre Freunde.

    Auch wenn man sie nur online kennt, das sind meistens die Leute denen es genau so geht oder ging.

    Seitdem ich solche Leute als wahre Freunde schätzen gelernt habe hat sich mein leben auch minimal verbessert ich treffe mich ab und zu mit ihnen und man unternimmt etwas was auch dann nicht zu “extrem” ist (man muss es ja nicht übertreiben)

    Mir war es dann auch egal als ich jemanden aus Hamburg kennen gelernt habe, bin ich halt einfach mal in den Schulferien nach Hamburg gefahren.

    Also wie gesagt versuch nicht dich jetzt auf einmal komplett zu ändern sondern lass dir damit so viel zeit wie du brauchst.
    Wenn es dir schlecht geht such jemanden der dir zuhört das hilft in dem Moment am meisten
    Um mal raus zu kommen geh an Orte mit Sachen die dich interessieren da triffst du automatisch Leute mit den selben Interessen.

    Und mach nicht den selben Fehler wie ich sich mit den falschen Leuten zu befreunden die dann sagen “Lass mal saufen gehen” das bringt es überhaupt nicht danach geht es einem immer nur noch schlechter.

    Und da ich jetzt schon nicht mehr weiß was ich am Anfang geschrieben habe hier noch der Witz des Tages:

    Montag morgen in einer Amtsstube.

    Fragt ein Sachbearbeiter seinen Kollegen:
    “Wie war’s denn im Urlaub? ”

    Darauf dieser langsam:

    “Genauso wie im Büro. Man saß herum, tat nichts und wartet auf das Mittagessen…”

    -Steven

  • Mima

    Depri, negativ, Pessimist… jeder wie er denkt. Sollen die anderen ruhig denken was sie wollen. Ich stelle mir selber oft die Frage, ob es gut ist so zu sein wie ich bin.
    Ich bekomme oft blöde Kommentare von anderen zu meiner “verschlossen” Persönlichkeit aber da höre ich schon gar nicht mehr zu. Viele meinen man sollte so sein wie all die anderen, damit man auch “dazu gehört”. Es ist ja nichts falsch daran, dazu gehören zu wollen, solange man sich selber treu bleib. Also sich selber nichts vor macht… ich persönlich will nicht wie die anderen sein. Ich bin froh “anders” zu sein. So wie es andere beschreiben würden. Ich sage eher “ich bin froh, so zu sein wie ich es will. Ich bin froh, ich zu sein”. Und darauf sollte man stolz sein. Sich so zu akzeptieren wie man ist, ist für viele nicht leicht… leider.
    Ich mag es alleine in meinem Zimmer vor meinem Pc zu hocken und mit anderen zu zocken. (Das hat sich gereimt, hehe :P) ja, ich gehe ab und zu mal rauß und treffe mich mit Freunden, die auch wirkliche Freunde für mich sind. Aber… mit anderen Freunden, mit “Internet” Freunden kann man sich ja schlecht “treffen” außer man redet im Ts zusammen oder so.
    Also… kurz gesagt: es ist nix falsch daran wie andere sein zu wollen aber es ist auch nicht falsch man selbst zu sein. Es ist besser man selbst zu sein. So fühlt man sich selber auch besser… finde ich.
    Wenn man z.B. jetzt nicht vorm Pc sitzen würde und sich mit Freunden im Ts unterhalten würde, dann würde man die vielleicht gar nicht kennen. Und das ist was ich mich auch oft frage: was wäre wenn ich anders wäre und dadurch nicht die Menschen kennen würde, die ich jetzt kenne und die ich alle sehr in mein Herz geschlossen habe…? Ehrlich gesagt, will ich das lieber nicht wissen… und bescheuert ist sowas ganz und gar nicht.
    So denke ich und wie du diesen Blog geschrieben hast, so denkst du. Denke immer so wie du es willst. Lass dich nicht von anderen beeinflussen.
    Dieses Denken gehört zu dir und daran ist nichts bescheuert.

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